Diskriminierungsschutz mit Hilfe des Anti-Bias-Ansatz

Der Anti-Bias-Ansatz bietet Methoden, um unbewusst erlernte Vorurteile zu hinterfragen und aktiv zu verlernen (aufzubrechen und zu korrigieren). Dafür braucht es Wissen über die Entstehung von Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung, sowie eine tiefgehende Selbstreflexion über die eigene Positionierung in der Gesellschaft und die damit einhergehenden Privilegien.

Umsetzung in pädagogischen Einrichtungen

1. Einnehmen einer diskriminierungsbewussten Haltung im Team

Um Diskriminierung erkennen und vorbeugen zu können, ist die Betrachtung der eigenen Haltung nötig. Pädagogische Maßnahmen lassen sich nur zielführend umsetzen, durch eine diskriminierungsbewusste Haltung. Eine diskriminierungsbewusste Haltung einzunehmen, ist wie eine Brille aufzusetzen, durch die alle pädagogischen Vorgänge und Ziele betrachtet werden. In unserer Fortbildung schauen wir uns diese Brille näher an. Denn diese braucht es, um bestehende Normvorstellungen aufbrechen zu können.

2. Erwerb von Handlungswissen, um die Umgebung und die päd. Arbeit des Fachpersonals diversitätsbewusst zu gestalten und soziale Inklusion zu fördern

Im nächsten Schritt betrachten wir durch diese „Brille“ die Spielmaterialien und die räumliche Gestaltung der Einrichtung und hinterfragen, welche impliziten Botschaften durch sie gesendet werden. Auch Spiele, Lieder und Feste können diversitätsbewusst gestaltet werden.

3. Erprobung von Methoden zur Anwendung des Anti-Bias-Ansatzes, um eine vorurteilsbewusste Haltung, im Kontext gesellschaftlicher Diversität, an Kinder und Bezugspersonen vermitteln zu können

Im letzten Schritt werden pädagogische Maßnahmen mit den Kindern und Begleitpersonen der Einrichtung erprobt, geplant und durchgeführt. Dazu wird bereits erprobtes Material, beispielsweise der Fachstelle Kinderwelten, angewendet oder eigene Projekte entwickelt.

Unseren Flyer finden Sie hier.


Der Anti-Bias-Ansatz

„Anti-Bias-Arbeit strebt soziale und politische Verhältnisse an, in denen alle Menschen gleiche Chancen auf Anerkennung, Teilhabe und Entfaltung haben.“1

Anti Bias
• „macht Diskriminierung emotional und kognitiv begreifbar
• bezieht sich auf alle Formen von Diskriminierung ohne diese gleichzusetzen oder zu hierarchisieren
• setzt an den Diskriminierungserfahrungen der Einzelnen an und bringt diese in Verbindung mit den verschiedenen Ebenen von Diskriminierung
• betont die Gleichwertigkeit von Menschen und die Anerkennung von Unterschieden auf der Basis von Gemeinsamkeiten
• ist ein nie abgeschlossener Lern- und Reflexionsprozess“2

Entstanden ist der Anti-Bias-Ansatz in den 1980er Jahren in den USA. Louise Derman-Sparks und Carol Brunson-Phillips entwickelten, inspiriert von der Social Justice Bewegung und der Schwarzen Bürger*innenrechtsbewegung in den USA, einen Ansatz für Bildungsgerechtigkeit, auch für den Bereich der Kindheitspädagogik. „Für ihre Arbeit war es grundsätzlich, auch die Auswirkungen der gesellschaftlichen Machtverhältnisse auf die Einzelnen sowie das Miteinander zu betrachten und nach Veränderungsmöglichkeiten zu suchen.“3

In den 1990er Jahren, nach der offiziellen Abschaffung der Apartheid, wurde der Anti-Bias-Ansatz in Südafrika weiterentwickelt und Lerneinheiten u.a. für Kinder und Jugendliche entwickelt.

Ende der 1990er Jahre wurde der Ansatz durch Kontakt mit Louise Derman-Sparks von der Fachstelle Kinderwelten adaptiert, die den Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung © speziell für Kitas entwickelte. 4


[1] anti-bias-netz(Hg.),(2021):Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz (2.Auflage).Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau. S.15.
[2] anti-bias-netz: https://www.anti-bias-netz.org/start/anti-bias/ (abgerufen am 04.04.2023)
[3] anti-bias-netz(Hg.),(2021):Vorurteilsbewuste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz (2.Auflage).Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau. S.15
[4] ebd.

Fortbildungen

Pflichtfortbildungen nach §53 und §43

Für Betreuungskräfte in der stationären und ambulanten Betreuung


-Seminare, die man gerne besucht-

  • Wir vermitteln unsere Inhalte mit hohem Praxisbezug weil unsere Dozentinnen über jahrelange Erfahrung in sozialen Berufen verfügen.
  • Wir legen Wert auf den aktiven Einbezug der Teilnehmenden um einen größtmöglichen Lernerfolg zu erzielen.
  • Neben der Fachlichen Weiterbildung erfährt man in unseren Seminaren durch den Austausch mit Gleichgesinnten Inspiration und Motivation für den oft belastenden Alltag.


Unsere Seminare haben jeweils eine Dauer von 4 Stunden und finden Montagnachmittag in der Zeit von 14:30 Uhr bis 18:30 Uhr in unseren Seminarräumen im Frauenzentrum, Minister-Stein-Allee 6 in 44339 Dortmund statt. Ein Zertifikat wird am Ende des Seminars ausgehändigt. Die Teilnahmegebühr beträgt € 40.- pro Seminar.

Kursplan 2023

Zur Anmeldung hier klicken

15. MaiSoziale GesundheitWas ist das und kann ich dazu beitragen?

…für die, die sich mit Gesundheit anstatt mit Krankheit auseinander setzen möchten
22. MaiGedächtnistraining – mit Musik und Bewegung

…für die, die sich neue Angeboten für Ihre Pflegempfänger wünschen
29. MaiLebensraum BettWie gelingt gute Einzelbetreuung

…für die, die noch bessere Einzelbetreuung anbieten möchten
5. JuniWege zum Menschen – Kommunikation, Konflikte, Deeskalation

…für die, die ihren Methodenkoffer für gelingende Kommunikation füllen möchten
12. JuniPraxisreflexion

…für die, die sich gerne über ihren Alltag mit anderen austauschen
19. JuniKreative Angebote in der Betreuung – Ideen mit Alltagsmaterialien

…für die, die mit wenig Aufwand große Wirkung erzielen wollen
26. JuniResilienz – Wie bleibe ich gesund in belastendem Alltag

…für die, die sich Werkzeuge für ihr Wohlbefinden wünschen
3. JuliTod und Trauer – Palliative Begleitung

…für die, die sich über die Belastung dieser schwierigen Aufgabe austauschen möchten und die, die sich mehr Sicherheit im Umgang mit Sterbenden wünschen
10. JuliProzess des Alterns typische Alterserkrankungen

…für die, die ihr Wissen auffrischen möchten
17.JuliPraxisreflexion

…für die, die sich gerne über ihren Alltag mit anderen austauschen