Kongress in Essen: Evaluation Familienpflege

Das Frauenzentrum Dortmund war gestern auf dem Fachkongress zur Evaluation der familienpolitischen Leistungen NRW in der Lichtburg Essen vertreten. Dort wurde neben der Familienberatung und Familienbildung auch das wichtige Thema „Familienpflege“ besprochen.

Die Familienpflege ist ein zentrales Thema im Frauenzentrum Dortmund, denn:

  • In unserem Fachseminar „Familienpflege“ bilden wir Familienpflegerinnen und Familienpfleger aus.
  • In unserem Angebot „Familienpflege als Krankenkassenleistung“ unterstützen unsere festangestellten Familienpflegerinnen Eltern, die aufgrund von gesundheitlichen Schwierigkeiten ihren Haushalt zeitweise nicht weiterführen können.
  • In unserem Angebot „Erzieherische Hilfen“ unterstützen unsere festangestellten Familienpflegerinnen Familien in Notsituation oder Familien, die Schwierigkeiten haben, ihren Alltag zu organisieren und gut zu bewältigen.

Aufgrund unserer vielfältigen Erfahrungen und Einsichten zu allen Aspekten, die die Familienpflege betreffen, hat das Frauenzentrum Dortmund auch bei der Evaluation mitgemacht. Eine Fallstudie zum Angebot des Frauenzentrums findet man auf den Seiten 62-67 des Abschlussberichts.

Neu: Begleiteter Umgang auf unserem Kitagelände

Im Frauenzentrum Dortmund bieten wir Umgangsbegleitungen schon seit einiger Zeit in unserem hauseigenen Spielzimmer an. Ab sofort können dafür in den Feierabendstunden und am Wochenende auch die Räumlichkeiten unserer Kita Abenteuerland für begleitete Umgänge genutzt werden. Diese in Dortmund einmalige Möglichkeit bietet jede Menge Spielzeuge, Spielgeräte, Platz zum Toben und Privatsphäre zugleich. 

Was bedeutet „Begleiteter Umgang“?

Kinder haben ein Recht auf den Umgang mit ihren Eltern, Großeltern und anderen nahestehenden Verwandten. Doch manchmal sind sich nicht alle beteiligten Erwachsenen darüber einig, wie so ein Umgang organisiert werden kann. Insbesondere bei Trennungen, Sorgerechtsstreitigkeiten oder wenn ein Kind einen Angehörigen noch nie getroffen hat, kann gemeinsam mit dem Jugendamt ein sogenannter Begleiteter Umgang vereinbart werden.

Beim Begleiteten Umgang finden die Treffen auf neutralem Boden und in Anwesenheit einer neutralen, pädagogisch ausgebildeten Person statt, die allein dem Kindswohl verpflichtet ist.

Für wen?

Begleitete Umgänge können nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Jugendamt durchgeführt werden. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage des Frauenzentrums und der Kita in Dortmund-Huckarde, kommt der begleitete Umgang durch das Frauenzentrum für Familien aus Dortmund, Waltrop, Castrop-Rauxel, Bochum, Witten und allen angrenzenden Orten in Frage.

Erziehungsbeistandschaft

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche

  • mit Lernschwierigkeiten, Schul- oder Ausbildungsproblemen.
  • mit Entwicklungs- oder Verhaltensauffälligkeiten.
  • mit Beziehungsproblemen innerhalb der Familie.
  • mit Problemen bei der sozialen Integration und Kontaktstörungen.
  • mit dem Ziel der Verselbstständigung und Loslösung aus dem Elternhaus.

Hauptzielgruppe sind Jugendliche von 12 bis 18 Jahren. Hier ist die Erziehungsbeistandschaft nach unseren Erfahrungen ein gutes Instrument, um in intensiven Gesprächen auf die Verselbstständigung des Jugendlichen hinzuwirken.

Ziele

Das Betreuungsangebot orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen des einzelnen Kindes oder Jugendlichen sowie seinen Wünschen und Bedürfnissen. Die Entwicklungsförderung des Kindes oder Jugendlichen steht dabei im Zentrum.

  • Selbständige Scherung der Grundversorgung
  • Entwicklung individueller „Überlebensstrategien“
  • Förderung schulischer und ggf. beruflicher Entwicklung
  • Sozialräumliche Orientierung durch Anbindung an Sport- und Freizeiteinrichtungen
  • Kontakt zu Familien und Freunden mit dem Ziel der Ressourcenaktivierung
  • Förderung selbstwertgefühl- und Zufriedenheit
  • Erweiterung der Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit

Rechtliche Grundlage

„Der Erziehungsbeistand und der Betreuungshelfer sollen das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes unterstützen und unter Erhaltung des Lebensbezugs zur Familie seine Verselbständigung fördern.“ (§30 SGB VIII)

Internationaler Tag der sozialen Arbeit

Gestern war Internationaler Tag der Sozialen Arbeit.

Ein großer Dank geht hier deswegen nochmal speziell an unsere Kollegen der Abteilung  Erzieherische Hilfen, die auch während der Corona-Krise einen unersetzbaren Beitrag leisten und Familien in Problem- oder Konfliktsituationen unterstützen!

Sozialpädagogische Fachkräfte gesucht!

Als Verstärkung unserer Teams suchen wir
Pädagogische Mitarbeiter*innen mit Hochschulabschluss

Wir bieten

  • Eine teamorientierte Arbeit in einem zugewandten und offenem Arbeitsklima,
  • Die selbständige Tätigkeit bei der Unterstützung der Familien vor Ort,
  • Eine konzeptionell fundierte Einarbeitung, kollegiale Unterstützung, professionelle Leitung und Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbildung,
  • Mitgestaltung im Auf- und Ausbau von Teamarbeit,
  • Teilzeit und Vollzeitstellen nach Vereinbarung, einen unbefristeten Arbeitsvertrag,
  • Urlaubsanspruch von 30 Tagen, Kündigungsschutz, Gesprächsbereitschaft zu Gehaltsvorstellungen – haustarifliche Vereinbarung,
  • Die Möglichkeit zur Hospitation während der Bewerbungsphase,

Das Aufgabengebiet beinhaltet

  • Den Besuch der Familien mit mehrmaligen Kontakten,
  • Die erzieherische Beratung und Begleitung der Eltern, Gespräche mit Kindern, Initiierung von familiären und kindlichen Entwicklungsprozessen,
  • Die familienorientierte Vernetzung mit Beratungsstellen, Ämtern, Schulen, Kindertagesstätten u.ä.,
  • Die gemeinsame Zielsetzung und Handlungsvereinbarung in Hilfeplangesprächen,
  • Dokumentation und Berichtswesen,
  • Die Teilnahme an Teamsitzungen, Supervision, Mitarbeitendengesprächen

Wir freuen uns über interessierte Bewerber*innen! Gerne informieren wir Sie konkreter, stellen wir uns Ihnen auch im Vorfeld der Bewerbung vor und beantworten Ihre Fragen.

Wir freuen uns über jede Bewerbung an:

Christina Düllmann
Abteilungsleitung Mobiler Sozialer Dienst

Arthur- Beringer-Str. 42
44369 Dortmund

 c.duellmann@frauenzentrum-dortmund.de

(Bewerbungen bitte per Mail im pdf- Format/ eine Datei – die verschlüsselte Übertragung von Unterlagen ist nicht gewahrt)

Begleiteter Umgang

Zielgruppe

Das Angebot des Begleiteten Umgangs richtet sich an getrenntlebende Eltern und ihre gemeinsamen Kinder wie andere wichtige Bezugspersonen der Kinder. Der Umgang mit beiden Elternteilen oder mit anderen wichtigen Bezugspersonen dient dem Kindeswohl, sofern die Aufrechterhaltung des Kontakts die kindliche Entwicklung fördert (§ 1626 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch – BGB). Das Kind steht im Mittelpunkt des Begleiteten Umgangs.

Bestimmte Situationen können es notwendig machen, den Umgangskontakt zu betreuen, um das Wohl des Kindes zu gewährleisten. Dies ist z.B. der Fall, wenn

  • die Beteiligten nicht bereit sind, Absprachen miteinander zu treffen, weil z.B. eine konflikthafte Kommunikationsebene besteht
  • das Kind bisher keinen Kontakt bzw. über einen längeren Zeitraum keinen Kontakt zum Umgangssuchenden hatte, so dass aus der Perspektive des Kindes keine Beziehung zum Umgangssuchenden besteht
  • der Umgangssuchende keine ausreichende Erziehungskompetenz besitzt und die Sicherheit und Versorgung des Kindes nicht gewährleisten kann

Ziele

Das Ziel des begleiteten Umgangs ist die Anbahnung, Wiederherstellung oder Weiterführung der Umgangskontakte zwischen dem Kind und dem Elternteil, bei dem es nicht lebt. Begleiteter Umgang heißt, dass der Kontakt zwischen dem umgangsberechtigten Elternteil und dem Kind in Begleitung einer neutralen dritten Person stattfindet. Das Frauenzentrum Dortmund setzt dem Handeln im Begleiteten Umgang die Zielsetzungen

  • emotionale und soziale Beziehungen und Bindungen zwischen den Umgangsberechtigten erhalten, entwickeln, wiederherstellen
  • Kontaktanbahnungen von Kind und Beteiligten unterstützend zu begleiten
  • Belastungen des Kindes und Konflikte zwischen den Beteiligten zu verringern
  • Gewalteskalationen zu vermeiden oder zu beenden
  • Rückführung in die Herkunftsfamilie
  • Langandauernde und strittige familiengerichtliche Auseinandersetzungen der Beteiligten zu beenden

Rechtliche Grundlagen

Der Begleitete Umgang nach § 18 Abs. 3 SGB VIII ist ein Beratungsangebot zur Regelung und Umsetzung des Umgangsrechts gemäß § 1684 BGB angelehnt an die ambulante Erziehungshilfe. In der Regel betrifft dies Eltern und Kinder, in Einzelfällen können aber auch andere nahe Verwandte mit einer besonderen Nähebeziehung zum Kind ein Umgangsrecht gemäß § 1685 BGB haben.

Erzieherische Hilfen

Die Abteilung der Erzieherischen Hilfen im Frauenzentrum Dortmund 1980 e.V. ist in der Jugend- und Familienhilfe Angebotsträger der ambulanten Hilfen zur Erziehung und Versorgung. Im Einzelnen haben wir folgende Unterstützungsangebote:

Mit seinen ambulanten Dienstleistungen wendet sich das Frauenzentrum Dortmund an Familien in schwierigen Lebenslagen und unterstützt durch Beratung und Begleitung zur Verbesserung des familiären Miteinanders. Im Fokus steht die Sicherung des Kindeswohls. In Kooperation mit dem Jugendamt und in Vernetzung mit Institutionen der Familienhilfe sorgen die Leistungen für ein stabilisierendes Lebensumfeld.

Unsere Jugendhilfemaßnahme wird auf der Grundlage des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) §§ 27 ff.  im Rahmen der Hilfeplanung des örtlichen Jugendamtes eingesetzt.  Die Familie stellt einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung beim örtlichen Jugendamt. Dauer und Umfang der Hilfen richtet sich nach dem jeweiligen Bedarf. Die Kosten für die Leistungen des Frauenzentrums trägt das örtliche Jugendamt.

Die Besonderheit des Frauenzentrums ist, dass diese Hilfe im „multiprofessionellen Team“ von Familienpfleger/innen und Dipl. Sozialpädagoginnen/Pädagoginnen mit z.T.  Zusatzausbildungen in systemischer Beratung und Supervision im „Team Tandem“ angeboten wird. Somit können wir eine Vielzahl von verschiedenen Fähigkeiten anbieten, die in Familien gebraucht werden.